In weniger als einem Tag zum eigenen Bestell-Automaten
Wie wir in weniger als einem Tag einen Bestell-Agenten für den eigenen Einkauf gebaut haben – 100 Vorgänge pro Quartal, von 15 auf 5 Minuten. Drei Lektionen, die sich wieder bestätigt haben.
In weniger als einem Tag zum eigenen Bestell-Automaten. Selbst für mich ist es immer wieder spannend zu sehen, wie man mit einer KI eine andere KI baut.
Zur Einordnung: Laut Bitkom nutzen inzwischen 41 Prozent der Unternehmen KI, doppelt so viele wie vor einem Jahr. Ein Drittel davon sagt aber: teurer als gedacht. Und Gartner erwartet, dass über 40 Prozent aller Agenten-Projekte bis Ende 2027 wieder eingestampft werden. Meine Lesart: Es scheitern selten die kleinen Anwendungsfälle. Es scheitern die großen Versprechen.
Unser Gegenentwurf diese Woche: ein Bestell-Agent für den eigenen Einkauf, mit KI-Unterstützung gebaut, in weniger als einem Tag. Bisher hieß Quartalswechsel bei uns: alte Word-Bestellung suchen, kopieren, Texte überschreiben und hoffen, dass niemand die Version vom Vorquartal erwischt. Jetzt: alte Bestellung hochladen, im Dialog kurz klären, ob die Konditionen bei der Verlängerung gleich bleiben, und nach wenigen Minuten liegt die neue Bestellung unterschriftsreif vor. Zentral abgelegt, einheitlich nach unseren Standards. Rund 100 Vorgänge pro Quartal, vorher je 15 Minuten Handarbeit, jetzt 5. Gut zwei Arbeitstage pro Quartal, die keiner vermissen wird.
Drei Dinge haben sich dabei wieder bestätigt:
1️⃣ Prozess vor Tool: Der Agent ist nur so gut wie die Standards und die Ablagelogik, die er kennt. Die mussten wir zuerst aufräumen. 2️⃣ Klein anfangen, aber echt: Ein Vorgang, der 100 Mal pro Quartal anfällt, schlägt jedes Leuchtturmprojekt mit Lenkungskreis. 3️⃣ Ownership im Fachbereich: Gebaut mit den Kolleginnen und Kollegen, die die Bestellungen schreiben. Nicht für sie.
