Talk-to-Data: warum es auf das Datenfundament ankommt, nicht aufs Modell
Aber wie immer kommt es drauf an, es richtig zu machen
Talk-to-Data" klingt super. Ist es auch. Aber wie immer kommt es drauf an, es richtig zu machen.
Am Dienstag durfte ich beim Bitkom Arbeitskreis Datenpolitik und Datenräume dazu vortragen. Daneben zwei Beiträge, die gut dazu passten: NetAppp zu föderierten Datenräumen und CANCOMM zu vertraulicher KI per Confidential Computing. Passend die frische Zahl aus dem Hause Bitkom: 41 Prozent der Unternehmen nutzen KI aktiv, weitere 48 Prozent planen es. An der Nachfrage liegt es also nicht.
Der gemeinsame Nenner aller drei Vorträge war weniger das Modell und mehr das Fundament: Datenverfügbarkeit, Datensicherheit und Governance. Ein Beispiel aus meinem Talk: dasselbe Sprachmodell erreicht 87 Prozent auf einem akademischen Benchmark und 10 Prozent auf echten Unternehmensdaten. Diese Lücke schließt kein besseres Modell, sondern Semantik, Rechte und saubere Datenprodukte. Ohne Governance und Sicherheit bleibt jeder schöne Use-Case eine Demo. Data to Value entsteht genau in der Schicht, über die selten geredet wird.
Drei Hebel, die sich durch alle Beiträge zogen:
1️⃣ Semantik und Definitionen als eigenes, portables Asset behandeln, nicht in der Plattform einschließen (Stichwort OSI, offene Kataloge).
2️⃣ Sicherheit und Governance vor den Use-Case stellen, nicht danach. Als nachgelagerte Compliance kosten sie genau die Monate, die das Plattform-Feature gespart hätte.
3️⃣ Den Business Case am Fachbereichs-Pain aufhängen, nicht an dem, was eine Plattform vorführen kann.
Meine These bleibt: Buy the container, own the content. Werkzeuge darf man kaufen, die Inhalte (Definitionen, Datenqualität, Governance) muss man besitzen.
